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Weekly with Frido

Mittwoch, 16.09.2026, 16:03 · 923 Segmente

Weekly with Frido — Protokoll

Mittwoch, 16. September 2026, 18:03–18:59 Uhr (ca. 55 Minuten) Teilnehmer: [[Leonard Haselhuhn]], [[Fridolin Franke]], [[Carsten Kock]] Protokoll: Klaus


Kurzfassung

Das Gespräch hat die nächsten konkreten Schritte für [[Klaus]] festgezurrt: [[Fridolin Franke]] baut das Pitch-Deck fertig — bewusst ohne festgelegte Nische —, es wird auf [[Inno Founders]] und weitere Gründungsstipendien beworben, und [[Carsten Kock]] setzt einen kleinen MVP auf (Website, Warteliste, ggf. Stripe), beginnend beim Thema Rechnungsvorbereitung. Der Grundtenor: jetzt „Doing statt Thinking".

Was das Gespräch nicht erreicht hat: eine klare, verkäufliche Vision bzw. einen belastbaren Moat; Klarheit darüber, wie viel Funding überhaupt gebraucht wird; und eine Auflösung von Leonards Zeit- und Kündigungsrisiko. Auch die Produktrichtung — Onboarding vs. Rechnungs-Automatik vs. „das 31. Meeting-Tool" — blieb offen. Parallel berichtete [[Fridolin Franke]] von der abgeschlossenen Finanzierungsrunde bei [[Solar Materials]]; ein separates Thema, das aber viel Raum einnahm.


Solar Materials: Die Runde ging durch — nach viereinhalb Stunden Drama

[[Fridolin Franke]] berichtete vom Signing der Investmentrunde bei [[Solar Materials]] am Vortag. Anwälte und Investoren waren teils vor Ort, teils zugeschaltet; die Runde ging durch, dauerte aber 4,5 Stunden. Drei Dinge hielten auf:

  • Datenraum & Hash-Werte: Der investierende Investor konnte den Datenraum (getestet u. a. auf Mac) nicht sauber herunterladen und Teile nicht richtig sehen. Es dauerte gut vier Stunden, bis Einigkeit über die Hash-Werte der offengelegten Unterlagen bestand.
  • Kontowechsel unter Alarm: Im Vertrag stand eine Volksbank (im Transkript „Volksbank Bravo", nicht verifiziert) als Geschäftskonto. Ausgerechnet am Morgen kam die Meldung, diese Bank müsse mit „irgendwie 730 Millionen" gerettet werden. Der kurzfristig nötige Kontowechsel ließ im Risk-Management des Investors „alle Lampen angehen" — es folgten Videocall, Verifizierung und Screenshot-Bestätigung durch den Bankberater, dass das neue Konto wirklich zum Unternehmen gehört.
  • Der unerreichbare Investor: Ein Altinvestor, der gar nicht neu investierte, wollte kurzfristig einen bereits gestrichenen Passus doch wieder drin haben — mitgeteilt nur der anwesenden Anwältin, ohne Freigabe. Die Kanzlei erreichte ihn rund zwei Stunden nicht; es „brach Panik aus", während alle unterschriftsbereit warteten.

Zu den Zahlen: In das Unternehmen sind mit Förderung „ein bisschen über 40 Mio. Euro" geflossen, es steht viel Maschinenpark. Umsatz dieses Jahr „um die 10 Mio", nächstes Jahr mit den neuen Anlagen „um die 30"; Anlagen werden über 6 Jahre abgeschrieben, rund „50 Prozent Personal overhead" drücken aufs Wachstum. Kein ARR, da keine Subscription.

Anteilslogik am Rande diskutiert: Eine Umwandlung in Series-B-Shares werde laut einem anderen Investor „nicht passieren". Preferred Shares werden im Exit-Fall vor den Common Shares der Gründer bedient (Liquidation Preference) — vor allem relevant bei niedrigem Verkaufspreis. Fridolins Beispiel: ein Startup (im Transkript „MyRow", nicht verifiziert), einst mit ~15–20 Mrd. bewertet, wurde für 1,3 Mrd. verkauft — für die Gründer bleibe dann leicht „gar nichts".

Klaus: Vision bleibt breit, die nächsten 12 Monate zählen

[[Leonard Haselhuhn]] berichtete, [[Carsten Kock]] habe ihm erklärt, dass die ursprünglich geplante GTM-Strategie über Heilmittel-/Physiopraxen „sehr schwierig" werde — hohe Kosten, lange Entwicklungszeit. Man müsse einen anderen Weg suchen und das Slide-Deck endlich fertigbekommen und die Vision klarer aufziehen.

[[Fridolin Franke]] setzte den Fokus anders: „bei der Vision würde ich noch viel verbleiben. Die Frage ist halt eher so, wie sehen halt die nächsten 12 Monate aus?"

Zur Moat-Frage trug er ein Gespräch mit [[Andreas Olmes]] (Partner beim [[HTGF]]) bei. Dessen zentrale Marktfrage: „was baut ihr, was halt die LLMs … im nächsten Jahr irgendwie inkludiert haben werden?" Fridolins Antwort: Das gelte für jedes Softwareprodukt; entscheidend sei nicht das einzelne Feature, sondern Sales und Zugang zu den Unternehmen in einem „großen und klein zerstückelten Markt". Von besseren, günstigeren LLMs profitiere man selbst, weil man sie als Schnittstelle mitnutzt.

Onboarding — Klebstoff oder schon das erste Produkt?

[[Andreas Olmes]]' bleibender Punkt: Das Onboarding eines Unternehmens (den Betrieb wirklich verstehen) sei der eigentliche Kern. Sein Vorschlag: sich z. B. zehn Physiopraxen sehr intensiv ansehen, einen „digitalen Zwilling" der Vorgänge bauen und den Betrieben mehr vordefinierte Abläufe „überstülpen", um das Onboarding zu verschlanken.

[[Leonard Haselhuhn]] drehte den Gedanken weiter: Vielleicht sei das Onboarding selbst das erste Produkt. Es gebe viele Firmen — Beispiel eines Buy-and-Build-Falls mit ~20 kleinen Sanitärbetrieben (Kontakt im Transkript „Frank Wöhm", nicht verifiziert) —, die „null digitalisiert" seien und gar nicht erst an den Punkt kämen, mit Cloud & Co. zu arbeiten. Besonders die ETA-Szene („Entrepreneurship for Acquisition", junge Käufer alter Betriebe) sei ein guter Case. Wichtig sei nur, nicht in reine Beratung abzurutschen, sondern längerfristig etwas Implementiertes zu verkaufen.

[[Carsten Kock]] verortete den Kern im Kontext-Layer: Was heutige LLMs sich merken, sei sitzungsübergreifend begrenzt; eine echte unternehmensweite Knowledge Base bauten bisher nur Dritt-Tools (im Transkript „G-Brain und Cognee", nicht verifiziert). Genau das sei etwas, das man selbst baue — oder ersatzweise über eine Open-Source-Version nutze. Es blieb offen, ob selbst bauen oder zukaufen.

Das Henne-Ei-Problem: Geld für Zeit, Vision fürs Geld

[[Leonard Haselhuhn]] und [[Carsten Kock]] benannten das Kernproblem übereinstimmend. Leonard: Man müsse in die Betriebe rein und „sell and iterate", brauche dafür aber Zeit — und für die Zeit Geld.

Carsten fasste es zusammen: „es fehlt das Geld, um die Zeit dazu zu investieren und gleichzeitig fehlt uns aber auch jetzt die vollständige Vision, das Geld einzusammeln, bzw. die Vision, die sich gut verkaufen lässt, um das Geld einzusammeln." Was am Ende gebaut werde, ändere sich ohnehin „über die nächsten allein sechs Monate dreimal".

Die Konsequenz war eine klare Priorisierung — Leonard: „Ich glaube, es ist mehr jetzt einfach Doing als Thinking." Für die Förderanträge dürfe man sich einen plausiblen Moat „dazudichten", auch wenn die eigentliche Richtung eine andere sei.

Der kleinste Anfang: MVP, Website, Rechnungs-Automatik

[[Carsten Kock]] schlug den kleinstmöglichen Start vor: einen MVP von [[Klaus]], eine Website, Leute sich anmelden lassen, ggf. schon Stripe verknüpfen und schauen, wer zahlt — so baue sich der Knowledge Space auf; der nächste Schritt wäre dann das vollständige Onboarding.

Als konkreten ersten Use-Case sah [[Fridolin Franke]] die Rechnungsvorbereitung: Anbindung ans Mailpostfach, Beleg per Foto reinladen, sauber ablegen. „Das hat halt jeder KMU, jeden kotzt das an. Jeder verbringt damit locker 15 Stunden im Monat, diese Scheiße zu machen." [[Leonard Haselhuhn]] ergänzte den Steuerberater-Blick (was geht rein, was geht raus). Carsten selbst hat damit wenig Aufwand (Beleg fotografieren, Rest macht der Buchhalter) und bat Fridolin, den Praxis-Hintergrund genauer zu beschreiben.

Zur Ehrlichkeit gegenüber der Konkurrenz: Carsten wusste, dass es „schon 30 verschiedene Meeting-Transkripierungs- und Summary-Tools" gibt — „Wir könnten auch das 31. sein", ggf. mit dem Moat „hosted in Germany". Leonard warnte zugleich davor, sich zu sehr an das staatliche Geld zu hängen: „Wir müssen ein Produkt bauen, das auch unabhängig von diesen 27 Euro, die der Staat zahlt, so geil ist, dass ein Betrieb sagt" — es kauft aus eigenem Interesse.

Fundraising: erst Stipendien, dann Angels — VCs noch nicht verbrennen

Der abgestimmte Weg: zuerst [[Inno Founders]] und ähnliche Gründungsstipendien in mehreren Bundesländern (Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt genannt) — dazu jeweils „eine Story drumherum dichten", um die Chancen zu erhöhen. Danach EVOR (im Transkript „Evor/Ivor", nicht verifiziert), dann ein Angel-Deck und das Ansprechen von Angel-Verbänden über Pitch-Events. [[Fridolin Franke]] will außerdem zu einem Branchen-Event (im Transkript „Prezils", nicht verifiziert) für Kontakte und VCs.

Ausdrücklich noch nicht zu VCs: „wenn ich jetzt ansonsten VCs anschreibe … dann wird das halt immer direkt ein Pitch und dann verbrennen wir halt das Thema, bevor wir ready sind." Erschwerend: „Wir wissen ja gar nicht, wie viel Funding wir brauchen aktuell." Solange das nicht steht, sei der VC-Weg schwierig.

Leonards Kündigung: Momentum gegen Risiko

[[Leonard Haselhuhn]] erwägt, bald seinen Job zu kündigen, um Vollzeit einzusteigen — mit klarem Zeitdruck: Er müsse „spätestens" nächste Woche Bescheid geben, sonst rutsche er in eine dreimonatige Frist und verliere das Momentum. Zugleich benannte er offen das Risiko: „Ich kann mir halt gut vorstellen, halt bald zu kündigen … Aber es ist halt schon auch ein fucking Risiko" — er habe keine dicke Rücklage, man müsse „schnell an Kohle kommen".

[[Fridolin Franke]] hat im Förderantrag dafür eine Übergangsphase eingebaut: die ersten drei Monate bei 50 %, danach 100 %; begründbar u. a. damit, dass Leonard schon gekündigt habe und Carsten mehr Verpflichtungen habe. [[Carsten Kock]] erwog, notfalls selbst auf einen Mini-Job zu gehen, um die Geschäftsführung bei [[Softainable]] zu halten und den Rest an Mitarbeitende abzugeben.

Nächste Schritte

WasWer
Deck fertigstellen — ohne festgelegte Nische (bis morgen)[[Fridolin Franke]]
Deck-Design mit jemandem mit Designgeschmack gegenprüfen; Wording gemeinsam durchgehen (morgen ab ~19 Uhr, Leo im Zug)[[Leonard Haselhuhn]] (+ [[Fridolin Franke]])
Bei [[Inno Founders]] und weiteren Gründungsstipendien (Bremen, Berlin, Sachsen-Anhalt) bewerben; EVOR, dann Angel-Deck[[Fridolin Franke]]
Zum Branchen-Event („Prezils") gehen, Kontakte/VCs sammeln[[Fridolin Franke]]
Rechnungs-/Praxis-Use-Case aus der Praxisbrille genauer beschreiben[[Fridolin Franke]] (für [[Carsten Kock]])
MVP aufsetzen: Website, Warteliste, ggf. Stripe; als Linear-Issue anlegen[[Carsten Kock]]
Entscheidung über eigene Kündigung treffen (Frist: nächste Woche)[[Leonard Haselhuhn]]
Alt-Investor wegen des strittigen Passus anschreiben ([[Solar Materials]])[[Fridolin Franke]]
Freitag in Hamburg treffen (Kaffee ~17 Uhr, ggf. zu dritt)[[Leonard Haselhuhn]], [[Carsten Kock]] (+ [[Fridolin Franke]])

Randnotizen

  • Leonards Arbeitstag: ein „Mörder"-Tag — kurzfristige Kunden-Deadline für eine Kampagne mit KI-Voice-Clones (Call-Center-Tests), Kollege im Urlaub, mehrere Kunden gleichzeitig eskaliert.
  • Wiedersehen beim Signing: [[Fridolin Franke]] sah bei der Unterzeichnung erstmals seit seiner Verabschiedung eine bestimmte Person wieder (im Transkript „Marianne Philipp", nicht verifiziert); man begrüßte sich nicht, sonst hätten sich alle professionell verhalten.
  • Carstens KI „Davies": eine Eigenentwicklung („Iron Man"), die auch andernorts genutzt werde.
  • Bahn-Frust: Discord-Download in der Bahn brach bei jedem Verbindungsabriss ab (~1 Stunde); im Browser sei es kein Thema. Leonard nutzt inzwischen ohnehin nur den Browser.
  • Hamburg am Freitag: Kaffee bei [[Carsten Kock]] im Büro (neuer „Krümelkaffee"), als Anschluss Reeperbahn-Festival und Weihnachtsmarkt („Santa Pauli", schon aufgebaut) — evtl. zu dritt.

Hinweis zur Transkriptqualität: Das Transkript ist maschinell erzeugt und durchgehend fehlerbehaftet (überlappende, zerrissene Sätze). Bekannte Namen sind gegen die Wissensbasis aufgelöst; nicht verifizierte Eigennamen sind oben als solche markiert („Volksbank Bravo", „Frank Wöhm", „MyRow", „G-Brain/Cognee", „Evor/Ivor", „Prezils", „Marianne Philipp"). Auch einzelne Zahlen (730 Mio. Rettung, 27 € Kassenpauschale, die Solar-Materials-Umsätze) sind so gesprochen, aber nicht gegengeprüft. Besonders die Passagen zum Fundraising-Weg und zu Carstens Firmen-/Kündigungssituation beruhen auf teils lückenhaften, schwer verständlichen Abschnitten und sollten vor Weiterverwendung mit den Beteiligten abgeglichen werden.